Freifunk im Computerclub Elmshorn

Pinneberg funkt jetzt frei

Freifunk jetzt auch im Kreis Pinneberg

Regionale Community „Freifunk Pinneberg“ errichtet freies Mitmach-WLAN

Für die, die bisher noch nichts von Freifunk gehört haben: Freifunk ist eine, in regionalen Gruppen und Vereinen organisierte Interessengemeinschaft, die sich dem Ziel widmet, ein flächendeckendes, öffentliches und freies WLAN-Netz aufzubauen. Freifunk funktioniert ohne Hürden: keine Registrierung, keine Passwörter und keine Zeit- oder Trafficlimits. Freifunk ist völlig anbieterunabhängig und unterliegt keiner Zensur. Jeder kann sich beteiligen und z. B. einen eigenen Freifunk-Knoten (so nennt man den Router mit Freifunk-Firmware) betreiben, um so das Netz zu vergrößern. Sollte irgendwann die flächendeckende Verbreitung erreicht sein, arbeitet Freifunk als drahtloses Ad-hoc-Netz eigenständig und ohne Telekommunikationsprovider, parallel zum Internet sozusagen.

Mit öffentlicher Unterstützung möchte Freifunk nun sein flächendeckendes, offenes WLAN-Netz für jedermann auch im Kreis Pinneberg aufbauen. Ganz ohne sich von Geschäftsmodellen leiten zu lassen, für zeitgemäße Mediennutzung zu jeder Zeit, an jedem Ort und mit jedem Endgerät. Hinter Freifunk Pinneberg steht kein milliardenschwerer Telekommunikationskonzern, sondern eine Gruppe engagierter Norddeutscher, die sich für das Thema offene, bürgernahe Funknetze in ihrer Region und deren Betrieb interessieren und eine Alternative zu kommerziellen Kommunikationsstrukturen aufbauen. Für eine bestmögliche Netzabdeckung im Kreis Pinneberg soll Freifunk an möglichst vielen Orten verfügbar gemacht werden.

Freifunk ist also stets auf der Suche nach Unterstützern. Ein sogenannter Freifunker zu werden, ist laut Freifunk leicht und jeder kann in ganz verschiedener Weise mitmachen. Da das Hauptanliegen von Freifunk Pinneberg in der Erweiterung des Netzes liegt, könntet Ihr Euch einen geeigneten WLAN-Router besorgen (bereits ab 20 €), ihn mit der Freifunk-Firmware bespielen und mit einem freien Steckplatz Eures vorhandenen Routers verbinden. Schon hat man als neuer Teil der Community einen wichtigen Beitrag geleistet. Diese Art der Unterstützung ist nicht nur Privatpersonen vorbehalten, sie darf auch von Unternehmen, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen kommen. Alternativ zum Betrieb eines Freifunk-Knotens, könnt Ihr Freifunk aber auch durch Weiterverbreiten der Freifunk-Idee (Freunde, Nachbarn, Unternehmen, Vereine), die Produktion von Werbematerial, Fotos und Videos, durch Mitentwickeln und Erweitern von Website und Software oder gar durch Spenden unterstützen. Jede helfende Hand und jeder Fürsprecher ist der jungen Community sehr willkommen. Vielleicht habt Ihr sogar Kontakte zu Entscheidungsträgern und Ideen, wo ein offenes und freies WLAN für besonders viele Menschen eine Bereicherung darstellen würde.

Was bringt Euch die Unterstützung von Freifunk?
Mit einem eigenen Freifunk-Knoten braucht Ihr Euren Besuchern, Freunden oder Gästen nicht mehr Eurer privates WLAN-Kennwort nennen, sondern sie können jederzeit das offene WLAN von Freifunk nutzen. Sollte Euer eigener Internetzugang einmal ausfallen und es ist sind andere Knoten in Mesh-Reichweite des eigenen Freifunk-Routers, so habt Ihr einen Plan B. Wirklich überall, an jedem Ort ein freies WLAN vorzufinden, ist doch ein Ziel, dass wir alle im Alltag gern erreicht sehen würden. Wer hat nicht schon geflucht, dass sein Datenvolumen aufgebraucht war? Oder bei schlechter Abdeckung gar keine Kommunikation mehr möglich war? Freifunk möchte dabei auch den Beweis erbringen, dass es keine milliardenschweren Konzerne braucht, um ein funktionierendes Kommunikationsnetz aufzubauen.

Wie funktioniert Freifunk technisch?
Das Netzwerk von Freifunk besteht aus im Handel erhältlichen WLAN-Routern und Access Points verschiedenster Hersteller, den angesprochenen Knoten. Diese wurden mit spezieller Firmware ausgestattet und verbinden sich drahtlos mit anderen Knoten in Reichweite (Mesh). Alle Knoten in Reichweite nutzen teilen Ihre Internetzugänge. Je mehr Knoten einen eigenen Internetzugang erhalten, desto optimaler wird die Last verteilt. Die Nutzer (Clients) können mit WLAN-tauglichen Endgeräten (Smartphones, Tablets, Notebooks) auf die Knoten zugreifen, in dem man das WLAN-Netz „pinneberg.freifunk.net“ anwählt. Da alle Knoten in der Region Pinneberg den gleichen Namen (SSID) tragen, sucht sich das Endgerät stets den Knoten mit dem stärksten Signal, sollten mehrere Knoten in Reichweite sein. Wird die Verbindung im Gerät gespeichert, so erfolgt die Anmeldung automatisch, sobald man sich in Freifunk-Reichweite befindet.

Vor der Gründung von Freifunk Pinneberg hat man interessierte Freifunker bei den Nachbarn in Hamburg (Freifunk Hamburg) freundlicherweise geduldet, jedoch schon bei der Registrierung neuer Knoten wurde darum gebeten, doch eine eigene Gruppe zu gründen. Das Layer-2-Netz skaliere nicht besonders gut; viele kleine Netze seien stets besser als wenige riesengroße, heißt es da von offizieller Seite als Erklärung.

Die aktuellen Debatten um Vorratsdatenspeicherung, Störerhaftung und Netzneutralität beschäftigen auch die Freifunker. Freifunk hat sich den Datenschutz auf die Fahnen geschrieben. Das Netz ist so konfiguriert, dass keine personenbezogenen Daten gespeichert werden, durch die die Nutzer identifiziert werden können. Auch werden die übermittelten Daten innerhalb des Netzes nicht priorisiert übertragen – jedes Datenpaket hat im Freifunk-Netz die gleichen Rechte. Das größte Kopfzerbrechen bereite jedoch eine bestimmte, aktuelle Gesetzeslage. In Deutschland sieht man, im Rahmen der „Störerhaftung“, den Betreiber eines zugangsoffenen WLANs für die Handlungen der Nutzer in der Verantwortung. Um die Rechtssicherheit zu gewährleisten, positioniert sich Freifunk jedoch so, dass das Providerprivileg gilt und behilft sich mit VPN-Exits auf rechtssicherem Boden (oft in Nachbarländern). Freifunk leitet den gesamten Datenverkehr durch verschlüsselte Tunnel so, dass er erst dort ins Internet gelangt, wo der deutschen Rechtsprechung genüge getan wird. Jeder Betreiber eines Knotens bleibt auf diese Weise anonym und geschützt und kann zivilrechtlich nicht belangt werden.

Neben Freifunk Pinneberg, wachsen und gedeihen im Norden nun auch Freifunk Stormarn, Freifunk Helgoland, Freifunk Ostholstein, Freifunk Lübeck, Freifunk Kiel und Freifunk Flensburg.

Wo ist im Kreis Pinneberg derzeit Freifunk verfügbar? Eine interaktive Karte, der sogenannte Meshviewer zeigt an, wo sich ein Standort in der Nähe befindet. Als praktische Alternative sei auch die kostenlose Freifunk-App für Android und iOS erwähnt. Alle Infos findet Ihr auch der Internetseite von Freifunk Pinneberg.

https://pinneberg.freifunk.net

Freifunk-logo

4 Gedanken zu “Freifunk im Computerclub Elmshorn

  1. Bei dem ganzen Schönreden wird leider unterschlagen, dass sämtliche Daten unverschlüsselt, für jedermann lesbar durch die Luft gehen, Benutzer also ein gewisses Risiko eingehen. Die Verschlüsselung, die Freifunk so hervorhebt, setzt erst im Freifunk-Router an.

    Und die Behauptung, Freifunk würde irgendwann einen Internetzugang ohne „milliardenschwere Telekommunikationskonzerne“ bereitstellen, ist offenkundig völliger Käse. Flächendeckend vorhanden ist dann nur ein praktisch leeres Netzwerk. Die Inhalte, das, was eigentlich interessiert, stecken weiter im Internet.

    • Ich denke wenn Jemand ein WLAN nutzt, das keine Passwort benötigt, klar ist das bis zur Station (Router) diese unverschlüsselt sind.
      Da aber die Funkleistung in Deutschland per Gesetzt geregelt ist auf wenige MW ist auch der Bereich eines solchen Funk vom Router nicht sonderlich groß. So mal man auch bedenken sollte das diese hohen Frequenzen (2,4GHz) eine sehr kurze Wellenlänge haben (12,3cm). Mauern wie aus Beton haben zur Stabilisierung ein Stahldraht-Geflecht was diese Strahlung ablenkt. Und durch Wände die dicker als die Wellenlänge sind ist kein durchkommen. Auch Pflanzen sorgen dafür das dieser Bereich eingegrenzt wird.
      Was ich damit sagen möchte ist, dass wenn jemand versucht diese Unverschlüsselte Kommunikation tatsächlich mit zuschneiden muss er/sie schon in Sichtweite sein.

      Was die Freifunker wollen, ein flächendeckendes Netz, ist ein ehrgeiziges Ziel was diese sich gesteckt haben. Vielleicht ist es ein Traum oder auch nicht. Aber jedes Projekt braucht ein klar definiertes Ziel. Unabhängig davon ob man es auch tatsächlich erreicht.

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